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Kunststoff-Folien können effektiv aus Abfällen abgetrennt werden
Von der Firma Schulz&Berger GmbH in Altenburg wurde ein Doppeltrommel-Unterdruck-Trennaggregat für die Aussortierung von Kunststoff-Folien aus gemischten Abfällen entwickelt. Der Apparat wird in einem Verbundprojekt mit der Fachhochschule Nordhausen optimiert, wie Professor Sylvia Schade-Dannewitz auf der Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz berichten wird.
Mit diesem Apparat können flächige leichte Materialien wie Folien aus dem Abfallstrom mit zwei rotierenden Trommeln getrennt werden. Mit einer Trennwand im Trommelinneren werden der Unter- und Überdruckbereich separat gesteuert. Flächige Materialien wie Folien werden aufgrund ihrer Form und geringen Dichte zunächst angesaugt und dann abgestoßen. Durch Reihenschaltung von zwei Trommeln können Folien mit höchster Ausbeute und Reinheit bereits am Beginn von Aufbereitungsprozessen gewonnen werden.
Was sind wirtschaftsstrategische Rohstoffe?
Über die Begriffe knapp und selten (scarce), kritisch und strategisch wird der Begriff wirtschaftsstrategisch definiert. Als wirtschaftsstrategische Rohstoffe werden solche angesehen, die – obwohl sie häufig nur in geringen Mengen benötigt werden – eine große wirtschaftliche Hebelwirkung besitzen. Sie sind entscheidend für die Herstellung technologische Spitzenprodukte und damit für den High-Tech-Standort Deutschland. Ihre große Hebelwirkung wird dadurch deutlich, dass diese Rohstoffe, obwohl ihr Einfuhrwert weniger als ein halbes Prozent unseres Bruttoinlandproduktes beträgt, wesentlich dazu beigetragen haben, Deutschland schnell aus der Rezession 2008/09 herauszuführen.
Der Begriff Wirtschaftsstrategische Rohstoffe ist nicht streng statisch; daher gibt es auch keine abschließende Element- und Rohstoffliste. Im Gegenteil ist diese Rohstoffgruppe technologieoffen und entwickelt sich dynamisch; die Liste kann sich laufend ändern. Weil sich Technologien schnell ändern können, kann ein Element, das heute unkritisch erscheint, morgen für einen Produktionsprozess entscheidend sein, wie Professor Wellmer, der ehemalige Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe anlässlich der Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz am 26. März 2012 erläutern wird.
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Ist eine Null-Abfall-Gesellschaft erstrebenswert?
In zahlreichen Diskussionsbeiträgen über den Fahrplan für ein ressourcenschonendes Europa werden von einigen Organisationen die „Null-Abfall-Gesellschaft“ sowie ein „Null-Abfall-Ziel“ für Deponien und Verbrennungsanlagen gefordert. Dr. Bertram vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt und Klimaschutz erläutert in seinem Vortrag auf der Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz, dass die Verwertung von Abfällen zwar einen Beitrag zur Substitution von Primärrohstoffen leisten kann, das Ziel einer „Null-Abfall-Gesellschaft“ jedoch für den Umweltschutz kontraproduktiv ist. Erforderlich ist vielmehr ein ganzheitliches und in sich schlüssiges Konzept für eine Abfallwirtschaft, die die unterschiedlichen fachlichen Aspekte widerspruchsfrei miteinander verknüpft und bisher gewonnenen Erfahrungen berücksichtigt. An die Entsorgung von Abfällen müssen Anforderungen festgelegt werden, die den Schutz der Umwelt gewährleisten und die die „Nierenfunktion“ zur Ausschleusung von schadstoffbelasteten Teilströmen sowie Senken – das sind Verbrennungsanlagen und Deponien – für deren Zerstörung und Ablagerung beinhalten. Verwertungsquoten sind daher aus Sicht des vorsorgenden Umweltschutzes zur Steuerung von Abfallströmen ungeeignet.
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Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz |
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Am 26. und 27. März 2012 wird die Berliner Recycling- und Rohstoffkonferenz unter der Schirmherrschaft von Frau Professor Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung (BMBF) stattfinden. Geleitet wird die Konferenz von Professor Karl Thomé-Kozmiensky und Professor Daniel Goldmann von der TU Clausthal.
Anlässlich der Konferenz wird u. a. das Programm für Das Jahr der Nachhaltigkeit des BMBF vorgestellt.
An der Programmgestaltung wirken mit: Wissenschaftler aus im technischen Umweltschutz führenden Universitäten – RWTH Aachen, TU Bergakademie Freiberg, TU Clausthal, Montanuniversität Leoben, den Universitäten Augsburg und Stuttgart – sowie führende Vertreter der Anlagenbauindustrie, von Ingenieurbüros und Behörden.
Bei der Konferenz werden folgende Themen behandelt:
26. März 2012: Plenarsitzung mit politischen, strategischen und juristischen Vorträgen
27. März 2012: vier Parallelsitzungen mit Vorträgen über:
- Förder-Projekte des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Bereich der Nachhaltigkeitsforschung
- Wirtschaftstrategische Rohstoffe in und aus Abfallströmen
- Ressourcenpotential in mineralischen Rückständen und Nebenprodukten von thermischen Prozessen
- Rückgewinnung von Wertstoffen aus Abfall-Massenströmen aus Siedlungs- und Gewerbeabfällen sowie Wertstoffpotential in Deponien und Halden
Zur Konferenz erscheint ein Buch, in dem die Vorträge als ausführliche Referate veröffentlicht werden. Diese Dokumentation stellt eine wertvolle Informationsquelle und Arbeitshilfe – unabhängig von der Konferenz – dar.
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Großer Erfolg der Abfallverbrennungskonferenz zeichnet sich ab |
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Die Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz hat sich in den letzten Jahren als das Klassentreffen der Verbrennerszene etabliert. In den letzten Januartagen jedes Jahres treffen sich Vertreter des Anlagenbaus, der Anlagenbetreiber, der Ingenieurbüros, der Wissenschaft und der auf die Kreislaufwirtschaft spezialisierten Anwaltskanzleien und sonstige Dienstleister in Berlin. Beeindruckend ist die stürmische Entwicklung der Teilnehmerzahlen. Schon jetzt haben sich 360 Führungskräfte und Fachleute zu diesem Ereignis angemeldet. Erwartet werden mehr als vierhundert Besucher.
Eröffnet wird die Veranstaltung von Reinhard Bütikofer, Mitglied des Europäischen Parlaments, mit einem Referat über Die Rolle von Recycling für die EU-Rohstoffpolitik. Anschließend wird Professor Thomé-Kozmiensky erläutern, warum Recycling und Verbrennung einander bedingen. Weiterhin wird am ersten Konferenztag referiert über: europäische Abfallwirtschaftspolitik, Abfallverbrennung in Verwertungsstrategien, Entwicklungsperspektiven, Rechtsfragen, fiskalische Aspekte und Energieeffizienz.
Am zweiten Tag können die Besucher aus einem umfangreichen Angebot ihr persönliches Programm aus vier Parallelveranstaltungen zusammenstellen, die so organisiert sind, dass der Wechsel zwischen den Vorträgen möglich ist: Anlagenkonzepte, Brandvermeidung, Werkstoffe, Dampferzeuger, Abgasbehandlung und Grenzwerte, Ersatzbrennstoffherstellung und -verwertung.
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Themen der Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz |
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Die Rolle von Recycling für die EU-Rohstoffpolitik
Europas Industrie steht bei der Rohstoffversorgungssicherheit unter Druck. Hochtechnologie-Metalle, wie Tellurium, Indium oder die Seltenen Erden sind für die Transformation zu einer grünen Wirtschaft unabdingbar, werden jedoch immer schwerer zugänglich.
Mit einer Recyclingquote von nur einem Prozent ist Europa von einer angemessenen Wiederverwertung dieser Hochtechnologie-Rohstoffe noch weit entfernt. Die Entwicklung neuer Wiederverwertungstechnologien und entsprechender politischer Weichenstellungen ebenso wie eine konsequente Förderung von Ressourcen-Effizienz sind neben handelspolitischen Strategien erforderlich, damit die EU beim Zugang zu Hochtechnologie-Metallen nicht ins Hintertreffen gerät.
Reinhard Bütikofer, Mitglied des Europäischen Parlaments, wird diese Herausforderung und Chancen am 30. Januar 2012 bei der Berliner Abfallwirtschafts- und Energiekonferenz diskutieren.
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